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Harmondu Business Club
Das Erfolgsinterview mit
Jasmin Schmid MSc
Geschichten, die Kraft geben. Wege, die Mut machen. Menschen, die bewegen.
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Das Erfolgsinterview mit Jasmin Schmid MSc
[Harmondu]: Erzähl uns von dir – wer bist du, woher kommst du und was hat dich zu dem Menschen gemacht, der du heute bist?
Ich bin in Kärnten aufgewachsen, in einem kleinen Ort, wo man sich kennt. Meine Kindheit war nicht einfach, aber sie hat mir früh gezeigt, dass ich nicht darauf warten kann, dass jemand anderes mein Leben in die Hand nimmt. Das war vielleicht das Wichtigste, was ich je gelernt habe.
Angefangen habe ich als Kosmetikerin. Und ich habe diesen Beruf wirklich geliebt, nicht wegen der Produkte, sondern wegen der Frauen, die zu mir kamen. Ich habe an meinem Behandlungsstuhl so viel gesehen. Frauen, die funktioniert haben, die stark sein mussten, die sich für eine Stunde Pflege fast entschuldigt haben. Irgendwann wollte ich verstehen, was hinter all dem steckt, und so hat das mit den Ausbildungen angefangen.
Dazwischen ist ein Leben passiert, das mich mehr geformt hat als jeder Kurs. Ich habe meine Ehe verlassen, als sie gefährlich wurde, mit drei kleinen Kindern, ohne zu wissen, wie es weitergehen soll. Ich habe nebenbei studiert, Ausbildungen gemacht, bin als erste Frau in meiner Familie mit einem Masterabschluss nach Hause gekommen. Und ich habe eine eigene Firma aufgebaut, die ich dann durch COVID wieder schließen musste.
Jedes Mal habe ich neu angefangen. Nicht, weil ich so mutig war, sondern weil ich keine andere Wahl hatte. Und irgendwann habe ich gemerkt, dass genau das meine größte Stärke ist.
Heute führe ich gemeinsam mit meinem Partner PHARMAZIEGASSE®, eine Naturkosmetik-Manufaktur aus Kärnten. Die Liebe zum Coaching, Mentoring und zur Speakerin ist mir geblieben, und ich bin dankbar für all das Vertrauen, das mir in diesem Bereich entgegengebracht wird. Und ich bin Mama von vier wunderbaren Kindern, die mich jeden Tag daran erinnern, warum das alles einen Sinn macht.
Was mich zu dem Menschen gemacht hat, der ich heute bin? Ehrlich gesagt, die Momente, wo alles auseinandergefallen ist. Und die Entscheidung, immer wieder aufzustehen.
[Harmondu]: Gab es einen Moment in deinem Leben, der alles verändert hat? Was ist passiert und was hat sich dadurch für dich verändert?
Ja, den gab es. Und ich weiß noch genau, wie sich dieser Moment angefühlt hat.
Ich war in einer Ehe, die irgendwann gefährlich geworden ist. Nicht von einem Tag auf den anderen, sondern so, wie das oft passiert, schleichend, langsam, bis man irgendwann nicht mehr weiß, wie man so weit gekommen ist. Und dann gab es diesen einen Augenblick, in dem mir eine Frage durch den Kopf gegangen ist, die alles verändert hat:
Was wäre ich für ein Vorbild für meine Kinder, wenn ich bleibe? Was würden meine Jungs über die Beziehung zu Frauen lernen und was würde meine Tochter über die Wertschätzung und den Umgang mit sich selbst lernen?
Danach habe ich nicht lange überlegt. Ich habe gepackt, was ich brauchte, und bin gegangen. Mit meinen drei Kindern, damals zehn, sieben und fünf Jahre alt. Kein Haus mehr, kein Job mehr, kein Boden unter den Füßen. Und eine Scheidung, bei der ich nach österreichischem Recht schuldig gesprochen wurde, weil ich das gemeinsame Haus verlassen hatte. Ich wollte keine statistische Zahl sein in der Femizidliste 2010 Österreichs.
Die ersten Monate danach waren hart, wirklich hart. Aber irgendwann ist mir etwas aufgegangen, das ich vorher nicht kannte. Eine Freiheit, die ich mir selbst gegeben hatte. Das Gefühl, dass ich entscheide. Dass ich wähle und dass mein Leben mir gehört.
Das hat alles verändert. Wie ich über mich selbst denke. Was ich mir zutraue. Wie ich mit anderen Menschen umgehe. Ich habe in dieser Zeit angefangen, wirklich zuzuhören: meinen Kundinnen, meinen Kindern, mir selbst. Und ich glaube, das ist auch der Grund, warum ich heute als Coach und Mentorin arbeiten kann, wie ich es tue, weil ich nicht aus Büchern spreche, sondern aus einem Leben, das ich wirklich gelebt habe.
Dieser Moment hat mir auch gezeigt, dass Mut keine Eigenschaft ist, die man hat oder nicht hat. Mut ist eine Entscheidung. Manchmal die schwerste, die man je trifft. Aber meistens auch die richtige.
[Harmondu]: In welcher Branche bist du tätig, was machst du konkret – und was treibt dich dabei täglich an?
Ich bewege mich in zwei Welten, die für mich eine sind, weil sie beide denselben Kern haben: Menschen dabei zu unterstützen, besser in sich selbst zu wohnen.
Die erste Säule ist PHARMAZIEGASSE®. Wir sind eine österreichische Naturkosmetik-Manufaktur aus Kärnten. Handgemacht, individuell und mit einem Ansatz, der sich von vielem, was es am Markt gibt, unterscheidet. Wir entwickeln persönliche Pflegeprogramme und begleiten unsere Kundinnen mit einem Beauty-Coach-Programm, weil wir überzeugt sind, dass echte Pflege beim Menschen beginnt und nicht beim Produkt. Neben dem Produktgeschäft arbeiten wir mit selbstständigen Vertriebspartnerinnen, die unsere Werte nach außen tragen und gleichzeitig ihre eigene finanzielle Zukunft aufbauen. Das ist mir persönlich sehr wichtig, weil ich weiß, wie viel es bedeutet, wenn eine Frau wirtschaftlich auf eigenen Beinen steht.
Die zweite Säule ist meine Arbeit als Coach und Mentorin. Hier begleite ich Frauen, die sich in einem Moment befinden, in dem sie spüren, dass sie mehr wollen, mehr können, mehr sind als das, was ihr Alltag gerade zeigt. Frauen in Umbruchphasen, Unternehmerinnen, die wachsen wollen, Mütter, die sich selbst wiederentdecken möchten. Ich arbeite mit dem, was ich in meinen Ausbildungen in Coaching, Beratung und Persönlichkeitspsychologie gelernt habe, aber ehrlich gesagt noch viel mehr mit dem, was ich selbst erlebt habe. Weil ich glaube, dass echte Veränderung nur dort entsteht, wo jemand gegenübersitzt, der wirklich versteht, wovon er spricht.
Und was mich dabei jeden Tag antreibt? Das ist ganz einfach: Es ist der Moment, in dem eine Frau aufhört, sich für das zu entschuldigen, was sie will. Wo sie anfängt, sich selbst zu glauben. Diesen Moment zu begleiten, egal ob über ein Pflegeprogramm, ein Coaching-Gespräch oder einen Vortrag, das ist das, warum ich tue, was ich tue.
[Harmondu]: Was war dein größter Rückschlag und was hat dir geholfen, wieder aufzustehen?
Ich werde oft gefragt, welcher Rückschlag der größte war. Und ehrlich gesagt ist diese Frage schwer zu beantworten, weil es mehrere Momente in meinem Leben gab, die mich bis auf den Grund geführt haben.
Wenn ich einen nennen müsste, dann ist es am ehesten der Moment, als ich meine eigene Firma schließen musste. Ich hatte jahrelang aufgebaut, gelernt, investiert. Ich hatte volle Auftragsbücher, alles schien perfekt zu sein, und dann kam COVID und hat mir innerhalb von Wochen den Boden unter den Füßen weggezogen. Nicht, weil ich falsch gelegen hätte. Nicht, weil das Konzept nicht gestimmt hätte. Sondern einfach, weil das Leben manchmal Entscheidungen trifft, die wir nicht kontrollieren können.
Ich erinnere mich an diese Stille danach. Diese Frage: Was jetzt? Ich hatte schon so viele Neuanfänge hinter mir und jetzt wieder.
Was mir geholfen hat, aufzustehen? Ich glaube, es waren drei Dinge.
Erstens meine Kinder. Wenn du Mama bist, kannst du dir das Liegenbleiben in dieser Form gar nicht leisten. Nicht, weil das romantisch klingt, sondern weil sie dich jeden Morgen ganz konkret daran erinnern, dass das Leben weitergeht, ob du mitgehst oder nicht.
Zweitens die Erkenntnis, dass ich das schon einmal geschafft habe. Nicht einmal, sondern mehrmals. Irgendwann baut man sich daraus so etwas wie ein inneres Fundament. Man weiß, dass man aufstehen kann, weil man es bereits bewiesen hat.
Und drittens, und das klingt vielleicht unerwartet, der Glaube daran, dass in jeder Krise eine Einladung steckt. Nicht im Sinne von „alles hat einen Sinn“, das wäre mir zu einfach. Sondern im Sinne von: Was zeigt mir das gerade? Was wäre möglich, das vorher nicht möglich war?
Diese Frage hat mich zu PHARMAZIEGASSE® geführt. Und dafür bin ich heute dankbar.
[Harmondu]: Welche Werte leiten dich in deinem Leben – beruflich wie persönlich – und wie lebst du diese im Alltag?
Ich habe über diese Frage schon oft nachgedacht, weil ich glaube, dass Werte keine hübschen Wörter auf einer Website sind, sondern Entscheidungen, die man jeden Tag neu trifft. Und manchmal sind das unbequeme Entscheidungen.
Der Wert, der mich am tiefsten prägt, ist Echtheit. Ich kann nicht anders und will auch nicht anders, als so zu sein, wie ich bin. Ich habe es versucht, lange, und es hat mich jedes Mal mehr Energie gekostet als alles andere. Echtheit bedeutet für mich, dass ich auch unbequeme Wahrheiten ausspreche. Dass ich Fehler zugebe. Dass ich nicht so tue, als hätte ich immer alles im Griff. Im Alltag lebe ich das zum Beispiel darin, dass ich mit meinem Team sehr offen über Herausforderungen spreche, dass ich in meinen Coachings nicht so tue, als gäbe es einfache Antworten, und dass ich auf Social Media das teile, was wirklich passiert, und nicht das, was gut aussieht.
Der zweite Wert ist Verantwortung. Ich habe sehr früh gelernt, dass niemand anderes mein Leben gestaltet, wenn ich es nicht selbst tue. Das hat mich manchmal in unbequeme Situationen gebracht, aber es hat mir auch eine Klarheit gegeben, die ich nicht mehr missen möchte. Bei PHARMAZIEGASSE® lebe ich das darin, dass ich auch in Wachstumsphasen präsent bleibe, dass ich für mein Team erreichbar bin und dass ich Entscheidungen treffe, auch wenn sie nicht immer leicht sind.
Und dann gibt es noch einen Wert, der vielleicht der persönlichste ist: Würde. Ich glaube, dass jeder Mensch, unabhängig von seinem Weg, seinen Fehlern, seiner Geschichte, Würde verdient. Das hat mich in meiner eigenen Geschichte begleitet und das ist auch der Grund, warum ich in meiner Arbeit mit Frauen niemals urteile. Ich sitze nicht über jemanden zu Gericht, ich sitze neben ihr.
Im Alltag merke ich diese Werte oft an den kleinen Dingen. Daran, wie ich ein Gespräch führe. Daran, wie ich auf einen Fehler reagiere. Daran, wie ich mit Noah, meinen erwachsenen Kindern oder meinem Partner am Abend zusammensitze und ihnen einfach zuhöre. Werte sind für mich nichts Großes und Feierliches. Sie sind das, was übrigbleibt, wenn man alles andere wegnimmt.
[Harmondu]: Was bedeutet Erfolg für dich ganz persönlich – und was war der wichtigste Schlüssel auf deinem Weg dorthin?
Ich habe meine Definition von Erfolg im Laufe der Jahre ziemlich grundlegend verändert. Und ich glaube, das ist auch gut so.
Früher dachte ich, Erfolg hat mit Zahlen zu tun. Mit Titeln, mit Anerkennung, mit dem, was andere sehen und bewerten können. Ich habe lange gearbeitet, um diesen Erfolg zu erreichen, und irgendwann gemerkt, dass er sich nicht so anfühlt, wie ich gedacht hatte.
Heute bedeutet Erfolg für mich etwas ganz anderes. Erfolg ist für mich, wenn ich abends ins Bett gehe und weiß, dass ich den Tag so gelebt habe, wie ich es wirklich wollte. Dass ich meinen Werten treu geblieben bin. Dass ich jemandem etwas gegeben habe, das ihn oder sie wirklich weitergebracht hat. Manchmal ist das ein gutes Gespräch. Manchmal ist das eine Entscheidung, die ich getroffen habe, obwohl sie unbequem war. Manchmal ist es einfach, dass eines meiner Kinder lacht und ich dabei bin.
Natürlich gehören auch die schönen Zahlen dazu. Unser Umsatzrekord im Mai hat mich wirklich berührt, aber nicht wegen der Zahl selbst, sondern wegen dem, was dahintersteckt. Die Frauen, die daran gearbeitet haben, und unsere Mitarbeiterinnen & Mitarbeiter. Das Vertrauen, das sie in uns gesetzt haben. Das ist für mich Erfolg.
Und was war der wichtigste Schlüssel auf meinem Weg dorthin? Ich möchte ehrlich sein: Es war nicht Fleiß allein, auch wenn der sicher eine Rolle gespielt hat. Es war auch kein Talent. Der wichtigste Schlüssel war die Bereitschaft, immer wieder neu anzufangen, ohne mich dabei selbst zu verlieren oder zu verurteilen. Zu wissen, wer ich bin, auch wenn die Umstände alles andere sagen. Das klingt einfach, aber es ist die schwerste Übung, die ich kenne.
Und das ist auch das, was ich Frauen am meisten mitgeben möchte: Erfolg beginnt nicht, wenn du ankommst. Er beginnt in dem Moment, in dem du entscheidest, wer du dabei sein willst.
[Harmondu]: Wie findest du Balance zwischen Arbeit, Familie und dir selbst – und wer oder was inspiriert dich dabei immer wieder neu?
Ich muss bei dieser Frage ehrlich sein, auch wenn die ehrliche Antwort vielleicht nicht die ist, die man erwartet.
Ich glaube nicht wirklich an Balance im klassischen Sinne. Also an dieses Bild, wo alles gleichmäßig verteilt ist und jeder Bereich gleich viel bekommt. Das kenne ich aus meinem Leben nicht und ich kenne es aus keinem Frauenleben, das mir vertraut ist. Was ich kenne, sind Phasen. Phasen, in denen das Unternehmen mehr braucht, und Phasen, in denen die Familie mehr bekommt. Phasen, in denen ich für mich fast gar nicht da bin, und dann wieder Momente, in denen ich bewusst innehalte und auftanke.
Was mir dabei geholfen hat, ist nicht ein System, sondern eine Haltung. Ich höre meinem Körper zu. Ich habe gelernt, nicht immer sofort, aber immer öfter, zu erkennen, wann ich „leer“ werde. Und dann tue ich das, was nötig ist, bevor es zu spät ist. Manchmal ist das ein stiller Morgen mit Kaffee, bevor alle aufwachen. Manchmal ist das ein Spaziergang. Manchmal ist es einfach ein Abend, an dem ich nichts leiste und einfach nur bin.
Wer mich inspiriert? Da gibt es mehrere Antworten.
Meine Kinder inspirieren mich auf eine Art, die ich kaum beschreiben kann. Sandra, die neben mir aufbaut und ihren eigenen Weg findet. Stefan, der zeigt, dass man auch mit jungen Jahren schon weiß, wer man ist. Sebastian, der so konsequent er selbst bleibt, dass ich manchmal denke, ich könnte mir davon etwas abschauen. Und Noah, der das Leben noch mit einer Leichtigkeit nimmt, die ich täglich versuche, mir zu bewahren.
Und dann sind es die Frauen, die ich begleiten darf. Im Coaching, bei unseren Partnerinnen, bei Events. Frauen, die mitten in schwierigen Phasen noch Kraft finden, weiterzugehen. Die sich trauen, neu anzufangen. Die sich gegenseitig heben, anstatt zu konkurrieren. Diese Frauen geben mir oft mehr, als ich ihnen gebe, auch wenn sie das gar nicht wissen.
[Harmondu]: Welche Botschaft möchtest du Menschen mitgeben, die dich und deine Geschichte noch nicht kennen?
Ich überlege kurz, wie ich das in Worte fassen soll, weil mir diese Frage wirklich am Herzen liegt.
Wenn ich an die Menschen denke, die mich noch nicht kennen, dann stelle ich mir oft eine ganz bestimmte Frau vor. Eine Frau, die gerade in einer Phase ist, in der sie nicht genau weiß, wie es weitergehen soll. Die vielleicht gerade etwas verloren hat: einen Job, eine Beziehung, eine Vorstellung davon, wie das Leben aussehen sollte. Oder die einfach das Gefühl hat, dass da noch mehr sein müsste, dass sie noch nicht dort ist, wo sie sein könnte.
An diese Frau möchte ich sagen: Ich kenne dieses Gefühl. Nicht aus Büchern und nicht aus Ausbildungen, sondern aus dem wirklichen Leben. Ich war dort, wo du vielleicht gerade stehst, mehr als einmal.
Und ich möchte dir sagen, dass das, was du gerade fühlen wirst, dieses „Irgendwann wird es besser“, kein leerer Trost ist. Es ist eine Tatsache. Nicht, weil das Leben immer fair ist oder weil Glück automatisch kommt. Sondern weil du die Kraft hast, die du brauchst. Meistens weißt du es nur noch nicht.
Du musst nicht perfekt sein, um anzufangen. Du musst nicht alle Antworten haben. Du musst nur bereit sein, den nächsten Schritt zu machen, auch wenn du nicht siehst, wohin er führt.
Ich habe mein Leben mehrmals neu begonnen. Ich habe verloren, bin aufgestanden und habe weitergemacht. Und ich stehe heute hier nicht, weil ich stärker war als andere, sondern weil ich nicht aufgehört habe zu glauben, dass es möglich ist.
Wenn ich das geschafft habe, schaffst du das auch.
Das ist keine Floskel. Das ist meine aufrichtigste Überzeugung.
[Harmondu]: Was bewegt dich gerade und worauf darf man bei dir in Zukunft gespannt sein?
Gerade bewegt mich ehrlich gesagt sehr viel auf einmal, und ich sage das mit einem Lächeln, weil ich weiß, dass das für manche vielleicht nach zu viel klingt. Für mich fühlt es sich nach genau richtig an.
Bei PHARMAZIEGASSE® sind wir gerade in einer Wachstumsphase, die mich täglich überrascht. Wir haben den Mai mit einem Umsatzrekord abgeschlossen, unsere Entwicklerin Gabriele ist zurück in unseren Büroräumlichkeiten und wird unsere Produkte auf das nächste Level heben, und wir bereiten uns auf einen starken Sommer und einen noch stärkeren Herbst vor. Im Juni öffnen wir unsere Türen für unser Welcome Together, einen Tag für alle, die PHARMAZIEGASSE® wirklich erleben wollen, mit einem neuen Produkt, das ich schon kaum erwarten kann zu zeigen. Im August das Powermonat, das unseren Partnerinnen & Partnern den richtigen Hebel geben soll, ihr Business auf das nächste Level zu heben. Im Herbst planen wir eine Gala, die alles, was wir bisher gemacht haben, nochmal übertreffen wird. Mehr darf ich noch nicht verraten, aber es wird schön.
Persönlich bewegt mich gerade sehr mein eigener Weg als Coach & Mentorin. Ich habe in den letzten Monaten gespürt, wie sehr ich diesen Teil meiner Arbeit liebe. Mit Menschen zu arbeiten, zuzuhören und sie zu begleiten. Ich bin gerade dabei, mich in Frauennetzwerken und auf Plattformen sichtbarer zu machen, genau das, was wir gerade hier tun, und ich freue mich sehr auf alles, was daraus entstehen wird.
Worauf darf man gespannt sein? Auf eine Frau, die noch lange nicht fertig ist. Die gerade erst richtig anfängt, sichtbar zu werden. Die eine Geschichte hat sie noch lange nicht fertig erzählt.
Und auf PHARMAZIEGASSE®-Produkte, die noch kommen werden und die ich von ganzem Herzen empfehlen werde, weil ich selbst jeden Tag darin stecke.
Kurz gesagt: Bleibt dran. Es lohnt sich.
[Harmondu]: Welche Auszeichnungen oder besonderen Anerkennungen hast du in deinem Leben erhalten, auf die du besonders stolz bist?
Ich muss bei dieser Frage kurz lächeln, weil ich keine langen Preisträger-Listen vorzuweisen habe. Keine goldenen Trophäen, keine großen Bühnenmomente mit Urkunde. Und ich finde das eigentlich gut so.
Die Anerkennungen, auf die ich wirklich stolz bin, sehen anders aus.
Ich bin die erste Frau in meiner Familie mit einem Masterabschluss. Das klingt vielleicht bescheiden, aber wenn ich daran denke, wo ich hergekommen bin und was ich parallel dazu gelebt habe, dann ist das für mich eine der bedeutungsvollsten Auszeichnungen, die ich je bekommen konnte. Nicht von einer Jury, sondern von mir selbst.
Dann ist da die Tatsache, dass meine Tochter Sandra entschieden hat, bei PHARMAZIEGASSE® mit mir zu arbeiten. Dass ein erwachsener Mensch, der mich wirklich kennt, mit all meinen Stärken und Schwächen entscheidet, mit mir gemeinsam etwas aufzubauen, das ist für mich die persönlichste Form von Anerkennung, die es gibt.
Und dann sind es die Momente, die keine Urkunde festhält. Die Frau im Publikum, die nach einem Vortrag auf mich zukommt und sagt, dass sie jetzt weiß, was sie tun wird. Die Partnerin, die mir erzählt, dass sie sich zum ersten Mal in ihrem Leben finanziell frei fühlt. Der Moment, wenn eine Kundin sagt, dass sie sich in ihrer Haut wieder wohlfühlt, nicht nur wegen der Creme, sondern wegen dem Gefühl, gesehen zu werden.
Diese Momente sind meine Auszeichnungen. Sie haben kein Gewicht und keinen Rahmen. Aber sie tragen mich weiter als jede Trophäe es könnte.
Und vielleicht ist das auch meine ehrlichste Antwort auf diese Frage: Die wichtigste Anerkennung ist die, die man sich selbst gibt. Der Moment, in dem man auf den eigenen Weg zurückschaut und denkt: Ja. Das war es wert.
[Harmondu]: Liebe Jasmin, gib uns noch einen Impuls, den wir mitnehmen können.
Ich möchte am Ende dieses Gesprächs noch etwas sagen, das mir wirklich am Herzen liegt.
Wir leben gerade in einer Zeit, die ich trotz allem, was uns die Nachrichten täglich zeigen, als außerordentlich spannend empfinde. Die Möglichkeiten, die wir heute haben, als Frauen, als Unternehmerinnen, als Menschen, die etwas bewegen wollen, sind so groß wie noch nie zuvor in der Geschichte. Wir können von überall aus arbeiten, lernen, vernetzen, aufbauen. Wir können unsere Geschichten erzählen und damit Menschen auf der anderen Seite der Welt erreichen. Wir können uns gegenseitig finden, stärken und heben auf eine Art, die früheren Generationen von Frauen nicht zugänglich war.
Und gleichzeitig beobachte ich, wie viele Menschen den Blick auf diese Möglichkeiten verlieren, weil sie sich in den vermeintlichen Herausforderungen des Lebens verlieren. Weil die Nachrichten uns täglich erzählen, was nicht stimmt in der Welt. Weil Angst und Unsicherheit so viel mehr Aufmerksamkeit bekommen als Mut und Aufbruch.
Aber ich glaube fest daran, dass jeder von uns selbst mehr in der Hand hat, als wir oft glauben. Nicht alles, das wäre naiv. Aber vieles. Und das Wichtigste davon ist das, was in uns selbst wohnt.
Ich habe in meiner Arbeit so viele Frauen erlebt, die eine Kraft in sich trugen, die sie selbst nicht kannten. die jahrelang gewartet haben auf den richtigen Moment, auf die richtige Erlaubnis, auf das Zeichen, dass es jetzt so weit ist. Und die irgendwann gemerkt haben, dass dieser Moment nur dann kommt, wenn sie selbst entscheiden, dass er jetzt ist.
Diese Kraft ist nicht bei wenigen Menschen. Sie ist bei jedem. Sie schläft manchmal, sie ist verschoben unter Erschöpfung und Zweifel und alten Geschichten, die wir über uns selbst glauben. Aber sie ist da. Ich habe das zu oft gesehen, um daran zu zweifeln.
Deshalb möchte ich jedem, der das hier liest oder hört, sagen: Traut euch. Nicht irgendwann. Jetzt. Nicht, wenn alles perfekt ist. Jetzt. Nicht, wenn die Umstände besser sind. Jetzt.
Wir haben nur dieses eine Leben. Und es wartet nicht darauf, dass wir bereit sind. Es passiert, während wir überlegen, ob wir bereit sind.
Geh los. Deine Kraft kennt den Weg.
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