Achtsamkeitsfehler, die alle machen – und wie du sie vermeidest

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Verfasst von: Kerstin Helbig
achtsamkeitsfehler

Inhaltsverzeichnis

Oft fühlst du dich, wie vom Alltag gefangen und von den täglichen Aufgaben überrollt. Du wünschst dir ein Entkommen aus dem Hamsterrad, weniger Stress und mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge. Achtsamkeit kann dir helfen, ein entspanntes und gesünderes Leben zu führen. Es gibt eine ganze Reihe von Tipps und Methoden, wie Achtsamkeit gelingt und scheinbar kinderleicht umgesetzt werden kann. Anfänger, die sich begeistert in ihre Achtsamkeitsübungen stürzen, werden nicht selten enttäuscht. Warum Achtsamkeit nicht wirkt, hat nichts mit dir zu tun und auch die Übungen sind nicht verkehrt. Dir unterlaufen ganz einfach typische Fehler, die jeder Anfänger macht. Im Folgenden wirst du verschiedene Achtsamkeitsfehler kennenlernen und auch erfahren, wie du Achtsamkeit richtig lernen und typische Mindfullness-Fallen umgehen kannst.

Wie kann ich Achtsamkeit richtig lernen?

Du hast dich zu mehr Achtsamkeit entschlossen und stürzt dich in deine Aufgabe. Deinem Enthusiasmus steht leider auch das Scheitern gegenüber. Keine Angst, du befindest dich auf dem richtigen Weg. Du bist nur zu schnell losgelaufen. Wer Achtsamkeitsübungen richtig machen möchte, darf sich am Anfang nicht zu hohe Ziele stecken.

Der Weg zur Arbeit, das Zubereiten des Mittagessens oder Hausputz am Nachmittag sind einfach besonders komplexe Vorhaben, die viel Zeit verschlingen. Achtsamkeit heißt, präsent zu sein, dich voll und ganz zu konzentrieren. Wenn du spürst, dass es dir bei einer Aufgabe nicht gelingt, dann reduziere dein Pensum.

Achtsamkeit lernst du am besten in vielen kleinen Schritten. Werden die neuronalen Netzwerke unseres Gehirns immer wieder neu aktiviert, lässt der Erfolg nicht lange auf sich warten. Vermeide diesen typischen Achtsamkeitsfehler: Das Essen einer kompletten Mahlzeit eignet sich nicht als Übung für den Einstieg. Achtsamkeit für Anfänger besteht darin, sich auf den ersten Schluck Kaffee oder den ersten Bissen Toast zu fokussieren. Probiere es aus und du wirst spüren, dass es keine leichte Aufgabe ist.

Achtsamkeit für Anfänger: Was muss ich wissen?

Wahrscheinlich hast du dich auch schon dabei ertappt: Du machst dir viel zu viel Gedanken über die Zukunft oder hängst verpassten Gelegenheiten und Dingen, die in deiner Vergangenheit nicht optimal liefen nach. Dabei kommst du nicht wirklich zu einer Lösung und was noch viel schlimmer ist: Du verpasst etwas ganz Entscheidendes, nämlich das Leben, das Jetzt, genau diesen einen Moment.

Bist du in diesen Denkschleifen gefangen, kann Achtsamkeit im Alltag nicht wirken. Erst wenn du genau in diesem Moment mit dir selbst in Kontakt kommst und ganz bei dir bist, kannst du auch achtsam sein.

Kleine Momente des Alltags können dir dabei helfen, das Gedankenkarussell zu stoppen, den Schalter einfach umzudrehen und dich in den Modus der Achtsamkeit zu bringen.

Einige Beispiele:

  • Aufstehen aus dem Bett am Morgen
  • Zähneputzen vor dem Spiegel
  • erster Schluck des Morgenkaffees
  • Verlassen des Hauses
  • Warten an einer roten Ampel

Wie du siehst, sind die kleinsten und vermeintlich unbedeutenden Dinge des Alltags dazu geeignet, dich für mehr Achtsamkeit zu sensibilisieren und dich mit deinem Atem zu verbinden. Ein typischer Fehler bei Achtsamkeit ist der Glaube, dass die Übungen besonders umfangreich und komplex sein müssen. Ganz im Gegenteil. Gerade in der Einfachheit und Leichtigkeit liegt das Potenzial, die Achtsamkeit-Wirkung zu steigern.

Welche typischen Mindfulness-Fallen gibt es?

Der spirituelle Weg scheint von Achtsamkeitsfehlern gepflastert. Das Ziel von Meditation und innerer Einkehr wird oft mit einer Art Gedankenleere gleichgesetzt. Beschäftigst du dich genauer damit, wirst du feststellen, dass sich Gedanken nicht kontrollieren lassen. Sie kommen und verschwinden wieder. Es kann also nicht das Ziel sein, Gedanken nicht zu haben. Viel mehr geht es darum, Gedanken und Gefühle zu akzeptieren. Dabei ist das Leben der beste Lehrmeister. Du lernst, welche Gefühle und Gedanken dir guttun und welche du besser loslassen solltest. Dadurch wirst du klarer sehen und innere Ruhe finden.

Typische Fehler bei Achtsamkeit:

Du stellst zu hohe Erwartungen an dich selbst.

Zu komplexe und umfangreiche Übungen überfordern dich schnell. Der Zustand der Achtsamkeit lässt sich nur schwer über längere Zeiträume aufrechterhalten.

Du erklärst Achtsamkeit zum Problemlöser.

Wenn Achtsamkeit verkannt wird, kann sie nicht wirken. Achtsamkeitsübungen sind nicht dazu da, ungeliebte Gefühle und Gedanken einfach abzuschalten.

Du schaffst es nicht, im Moment zu bleiben.

Achtsamkeitsübungen lassen sich nicht mit anderen Tätigkeiten verbinden. Erst wenn du dich von Multitasking verabschiedest, wirst du deine Achtsamkeit-Routinen verbessern. Dir muss es gelingen, dich voll und ganz auf eine Aktivität zu konzentrieren und im Hier und Jetzt zu sein.

Achtsamkeit im Alltag: welche Tipps sind die besten?

Für Achtsamkeit bleibt immer Zeit. Achtsamkeit lässt sich gut in den Alltag integrieren. Einige unserer Achtsamkeit-Tipps kannst du sofort in die Tat umsetzen.

Schaffe die Verbindung zu deinem Atem

Hast du schon einmal tief in dich hinein gespürt und darauf geachtet, wie du atmest? Bist du gestresst, geht dein Atem kurz und flach. Bist du ruhig und entspannt, atmest du tiefer, leichter und freier. Nimm dir einen Moment Zeit und konzentriere dich voll und ganz auf deinen Atem. Du wirst, überrascht sein, was passiert.

Keine Arbeit ohne Pausen

Typische Achtsamkeitsfehler entstehen aus einem vermeintlichen Zeitmangel. Du hast viel zu tun, aber du hast auch das Recht, Pausen zu machen. Verstehst du diese Auszeit als einen Raum der Stille, kann Achtsamkeit beginnen. Schon eine kurze Pause, ein Moment des Innehaltens reicht aus, um dem Körper Erholung zu gönnen und neue Kraft zu tanken.

Der Moment gehört dir

Der Modus der Achtsamkeit wird dir ganz neue Erfahrungen schenken. Konzentriere dich bewusst auf den Moment. Der Blick aus dem Fenster am Morgen, der Snack am Schreibtisch, Mandalas zeichnen, Kakao trinken – es gibt unzählige Beispiele, wie du Achtsamkeit üben und die Wirkung steigern kannst. Achtsamkeit ohne Fehler betreibst du nur, wenn du dich für den Moment sensibilisierst und jeden Augenblick Achtung und Wertschätzung entgegenbringst.

Prioritäten sind nicht in Stein gemeißelt

Jeder Mensch hat Prioritäten. Du solltest wissen, was dir wichtig ist und deine Gedanken und Gefühle darauf fokussieren. Prioritäten sind Teil des Lebens und können sich anpassen und verändern. Hinterfrage immer, was dir wirklich wichtig ist, bevor du deine Aufmerksamkeit auf Dinge lenkst und diese gedanklich einordnest und bewertest.

Dankbarkeit kann man lernen

Nichts was uns widerfährt und geschenkt wird, ist selbstverständlich. Durch mehr Achtsamkeit im Alltag schaffen wir es, uns diesen Umstand bewusst zu machen. Nimm dir einen Moment Zeit und reflektiere am Ende des Tages, für welche Dinge, Menschen und Ereignisse du dankbar bist. Diese kleine Achtsamkeitsübung wird letztlich deine Sicht auf die Dinge und deine Beziehung zu deinen Mitmenschen verbessern.

Abend wird zur Wohlfühlzeit

Abends fällt es den meisten Menschen schwer, so richtig abzuschalten. Die Ereignisse des Tages wiegen noch zu schwer und es fällt nicht leicht, zur Ruhe zu kommen und letztlich einzuschlafen. Achtsamkeitsübungen helfen, den Tag zu reflektieren. Mit Meditieren, Yoga, einem entspannten Bad, einem heißen Tee, dem Lieblingsbuch oder bei einem Spaziergang verschaffst du dir deine Extraportion Wohlfühlzeit.   

Tagebuch führen

Wer Schwierigkeiten hat, seine eigenen Gedanken und Gefühle einzuordnen und zu beschreiben, kann sich durch Niederschreiben behelfen. Tägliche Notizen können die Achtsamkeit für sich selbst stärken und einen besseren Zugang zu den eigenen Gedanken und Gefühlen ermöglichen.

Achtsamkeitsübungen richtig machen: Was muss ich wissen?

Achtsamkeit bedeutet, mit seinen Gedanken und Gefühlen im Hier und Jetzt zu sein und dadurch intensiver und bewusster zu leben. Bei Achtsamkeitsübungen dürfen die Gedanken nicht um das Morgen oder Gestern kreisen. Es zählt allein der Moment.

Achtsamkeitsfehler lassen sich vermeiden, wenn die Aufmerksamkeit allein im Moment und  der damit verbundenen Erfahrung verweilt. Lasse deine Gedanken und Gefühle zu und bewerte sie nicht. Sie dürfen kommen und gehen. Dieses bewusste Erleben sensibilisiert den Körper und verhilft dazu, vorgefertigte Verhaltensmuster und alte Zwänge aufzulösen.

Fazit

Achtsamkeit hilft gegen Stress und Aufregung. Wer sich auf den Moment konzentriert und diesen bewusst und intensiv erlebt, wird positive Emotionen wecken. Achtsamkeit für Anfänger ist einfach zu lernen. Die Übungen sind unkompliziert und gut in jeden Alltag zu integrieren. Achtsamkeitsfehler passieren häufig aus der Tatsache heraus, zu viel auf einmal zu wollen. In kleinen Schritten lassen sich nachhaltige Ziele erreichen und typische Fehler vermeiden.

Bild von Kerstin Helbig

Kerstin Helbig

Ich schreibe für Harmondu, weil ich die Themen lebe und meine Affinität und Begeisterung dafür gerne an dich, der du meinen Artikel gerade liest, weitergeben möchte.