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Harmondu Business Club
Das Erfolgsinterview mit
Dr.h.c. Mag. Harald Tröstl
Geschichten, die Kraft geben. Wege, die Mut machen. Menschen, die bewegen.
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Das Erfolgsinterview mit Dr.h.c. Mag. Harald Tröstl
[Harmondu]: Erzähl uns von dir – wer bist du, woher kommst du und was hat dich zu dem Menschen gemacht, der du heute bist?
Ich wurde 1957 in Wien geboren und bin auch dort aufgewachsen. Wien war für mich nicht nur meine Heimatstadt, sondern auch der Ort, an dem ich meine schulische Ausbildung absolvierte und später Betriebswirtschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien studierte. Schon während dieser Zeit war mir allerdings bewusst, dass ein rein klassischer wirtschaftlicher Berufsweg mich auf Dauer nicht wirklich erfüllen würde. Ich hatte zwar Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen, an Organisation, Verantwortung und Struktur – aber tief in mir war immer der Wunsch da, mit Menschen zu arbeiten, ihnen zur Seite zu stehen und sie in ihrer persönlichen Entwicklung zu begleiten.
Vielleicht war genau dieser innere Zwiespalt einer der ersten wichtigen Wegweiser in meinem Leben: auf der einen Seite die betriebswirtschaftliche, rationale Welt, auf der anderen Seite die tiefe Faszination für den Menschen, für Bewusstsein, Veränderung, Heilung, Entwicklung und innere Prozesse. Heute sehe ich gerade diese Verbindung als einen großen Schatz. Denn sie hat mich gelehrt, sowohl strukturiert und klar zu denken als auch intuitiv, empathisch und ganzheitlich zu arbeiten.
Bereits parallel zu meinem Studium begann ich, mich intensiv mit komplementärmedizinischen und therapeutischen Methoden zu beschäftigen. Ich absolvierte Ausbildungen in verschiedenen Massagemethoden und wurde staatlich diplomierter Heilmasseur. Danach kamen viele weitere Bereiche hinzu: Bioresonanztherapie nach Brüggemann, Biofeedback, Farbpunktur nach Mandel, Reiki, später auch Chirotherapie, Meridian-Energie-Therapie, Body Talk, Pranaheilung nach Master Choa Kok Sui, Matrix Energetics nach Dr. Richard Bartlett sowie Reconnective Healing und The Reconnection nach Dr. Eric Pearl. Auch eine Heilpraktikerausbildung gehörte zu meinem Weg.
Das klingt im Rückblick nach sehr vielen Ausbildungen – und das war es auch. Aber für mich war es nie ein bloßes Sammeln von Zertifikaten. Es war vielmehr Ausdruck einer tiefen Neugier. Ich wollte verstehen, was Menschen bewegt, was sie blockiert, was sie stärkt und wie Veränderung auf unterschiedlichen Ebenen möglich werden kann. Ich wollte nicht an der Oberfläche bleiben, sondern immer tiefer eintauchen in die Frage: Was hilft einem Menschen wirklich, wieder mehr bei sich selbst anzukommen?
Irgendwann kehrte ich meinem Produktmanager-Job in einem großen internationalen Konzern den Rücken und gründete ein Therapiezentrum in Wien. Das war ein wichtiger Schritt, weil ich damals meinem inneren Ruf folgte. Ich spürte: Das ist näher an dem, was ich eigentlich machen möchte. Mit Menschen arbeiten. Ihnen zuhören. Sie begleiten. Möglichkeiten eröffnen.
Seit 1997 lebe ich in München. Auch hier führte mich mein Weg zunächst wieder in ein großes internationales Unternehmen, in dem ich bis 2014 tätig war. In den letzten sieben Jahren war ich dort Betriebsratsvorsitzender, Ersthelfer und Sicherheitsbeauftragter. Auch wenn das auf den ersten Blick weit entfernt von Hypnose, Coaching oder Energiearbeit erscheint, war der Kern meiner Tätigkeit wieder derselbe: Menschen unterstützen, ihnen zuhören, Verantwortung übernehmen, vermitteln, Lösungen finden und in schwierigen Situationen ansprechbar sein. Besonders als Betriebsratsvorsitzender habe ich viel über Menschen, Konflikte, Ängste, Bedürfnisse und Kommunikation gelernt. Diese Zeit hat meine Menschenkenntnis enorm geprägt.
Parallel dazu trat ein weiterer wichtiger Bereich in mein Leben: die Kunst. In meinem Atelier Malforum München unterrichte ich seit vielen Jahren Ölmalerei nach der Technik von Bob Ross. WWW.malforum-muenchen.de. Auch das mag zunächst wie ein ganz anderes Feld wirken, doch im Grunde geht es auch hier um Entwicklung, Vertrauen und Selbstwirksamkeit. Viele Menschen kommen in einen Malkurs und glauben zunächst, sie könnten nicht malen. Dann erleben sie Schritt für Schritt, wie unter ihren Händen ein Bild entsteht. Dieser Moment, wenn jemand plötzlich erkennt: „Ich kann ja doch etwas, das ich mir vorher nicht zugetraut habe“, ist für mich unglaublich wertvoll.
Und dann gibt es auch noch 2 Lyrikbücher von mir. „Himmel und Hölle“ und „Liebe und Verdammnis“
Durch den Kontakt mit inzwischen über 4000 Schülern aus unterschiedlichsten Bevölkerungsschichten, Altersgruppen und Kulturkreisen habe ich mein Einfühlungsvermögen und meine Menschenkenntnis noch einmal auf ganz besondere Weise vertiefen können. Jeder Mensch bringt seine eigene Geschichte mit, seine Zweifel, seine Erwartungen, seine Unsicherheiten, aber auch seine Talente und Möglichkeiten. Genau das fasziniert mich bis heute: Menschen dabei zu erleben, wie sie über sich hinauswachsen.
Ein Thema begleitet mich allerdings schon seit meiner Jugend ganz besonders: die Hypnose. Mit 14 Jahren kaufte ich mir mein erstes Hypnosebuch. Von diesem Moment an war ich fasziniert von den Möglichkeiten, die in der Hypnose liegen. Für mich war Hypnose nie etwas Mystisches oder Manipulatives, sondern immer ein Zugang zu inneren Ressourcen, zu unbewussten Fähigkeiten und zu Veränderungsprozessen, die oft viel tiefer gehen als rein verstandesmäßige Einsichten. Über die Jahre wuchs meine Bibliothek, mein Wissen und meine praktische Erfahrung stetig. Auch Methoden aus dem NLP, also dem Neuro-Linguistischen Programmieren, wurden zu wertvollen Werkzeugen in Verbindung mit Hypnose.
Heute verbinde ich in meiner Arbeit viele dieser Lebensstränge miteinander: Betriebswirtschaft, Coaching, Hypnose, Atemarbeit, Energiearbeit, Kunst, Kommunikation und persönliche Entwicklung. Ich sehe mich als jemand, der Brücken baut – zwischen Verstand und Gefühl, zwischen Körper und Geist, zwischen beruflicher Erfahrung und innerer Entwicklung, zwischen Gesundheit, Kreativität und Bewusstsein.
Ein besonderer Meilenstein war für mich auch meine Ausbildung im Bereich Breathwork. Ich durfte als weltweit erster Absolvent die deutschsprachige Zertifizierung zum Atemcoach bei Breathmasters durchlaufen. Atemarbeit ist für mich eine wunderbare Ergänzung zur Hypnose, weil der Atem unmittelbar mit unserem Nervensystem, unseren Emotionen und unserer inneren Regulation verbunden ist. In Verbindung mit Hypnose entstehen dadurch oft sehr tiefe und nachhaltige Prozesse.
Auch dass ich als einer der ersten beziehungsweise erster Absolvent bestimmter Hypnose-Ausbildungen neue Wege gehen durfte, passt gut zu meinem Lebensweg. Ich hatte selten das Bedürfnis, einfach nur vorgegebene Pfade zu gehen. Mich hat immer interessiert, was möglich ist, wenn man offen bleibt, weiterlernt und bereit ist, über den Tellerrand hinauszuschauen.
Was mich zu dem Menschen gemacht hat, der ich heute bin, sind vor allem drei Dinge: meine Neugier, meine Lebenserfahrung und mein Wunsch, Menschen zu unterstützen. Ich habe in meinem Leben sehr unterschiedliche Welten kennengelernt: die Wirtschaft, die Kunst, die komplementäre Gesundheitsarbeit, die Hypnose, das Coaching, die Atemarbeit und die Arbeit mit Gruppen. Jede dieser Welten hat mich geprägt. Jede hat mir etwas beigebracht. Und jede hat dazu beigetragen, dass ich heute Menschen nicht nur aus einer Perspektive betrachte, sondern möglichst ganzheitlich. Nachdem ich in jungen Jahren nahezu keine Sportart ausgelassen habe, zahle ich jetzt den Preis dafür, denn meine Gelenke und Bandscheiben sind ziemlich kaputt. Das führt dazu, dass ich mittlerweile fast nur Sitze und mich geistig beschäftige. Mir fehlt aber nichts, denn ich habe, was den Sport betrifft, ohnehin schon fast alles gemacht.
Ich bin ein Mensch, der nie aufgehört hat zu lernen. Die Welt dreht sich weiter, und ich finde, wir sollten das auch tun. Für mich bedeutet Leben Entwicklung. Es bedeutet, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, Erfahrungen zu sammeln, Wissen aufzunehmen und das weiterzugeben, was anderen helfen kann, ihren eigenen Weg klarer, freier und bewusster zu gehen.
Wenn ich heute auf meinen Weg schaue, erkenne ich einen roten Faden: Es ging immer um Menschen. Ob im Konzern, im Betriebsrat, im Atelier, in der Hypnosepraxis, in der Atemarbeit oder im Coaching – immer stand der Mensch im Mittelpunkt. Der Mensch mit seiner Geschichte, seinen Blockaden, seinen Möglichkeiten, seiner Kreativität und seiner Einzigartigkeit.
Mein Motto lautet: „Das Unmögliche beginnt, wo sich die Vorstellungen erschöpfen.“ Genau das beschreibt mich sehr gut. Ich glaube daran, dass in jedem Menschen viel mehr steckt, als er oft selbst für möglich hält. Und ich sehe meine Aufgabe darin, Menschen dabei zu unterstützen, wieder Zugang zu diesen inneren Möglichkeiten zu finden.
Heute bin ich dankbar für meinen Weg – auch dafür, dass er nicht geradlinig war. Denn gerade die vielen unterschiedlichen Stationen haben mich zu dem gemacht, der ich heute bin: ein Mensch, der Wirtschaft und Menschlichkeit, Kunst und Coaching, Hypnose und Atemarbeit, Erfahrung und Intuition miteinander verbindet. Und vor allem jemand, der bis heute Freude daran hat, Menschen zu begleiten, zu ermutigen und ihnen zu zeigen, dass Veränderung möglich ist.
[Harmondu]: Gab es einen Moment in deinem Leben, der alles verändert hat? Was ist passiert und was hat sich dadurch für dich verändert?
Ein wirklicher Wendepunkt in meinem Leben war der Moment, in dem ich erkannt habe, dass der Mensch nicht unbegrenzt funktionieren kann – auch ich nicht.
Ich war lange jemand, der sehr viel geleistet, sehr viel getragen und sehr viel gemacht hat. Ich habe gelernt, Verantwortung zu übernehmen, für andere da zu sein, Lösungen zu suchen und weiterzugehen, auch wenn es anstrengend wurde. Doch irgendwann kommt im Leben ein Punkt, an dem der Körper, die Seele oder die Lebensumstände einem sehr deutlich zeigen: So wie bisher geht es nicht einfach immer weiter.
Dieser Moment war für mich nicht angenehm. Im Gegenteil. Er hat mich gezwungen, langsamer zu werden, genauer hinzusehen und mich selbst nicht nur als jemanden zu betrachten, der anderen hilft, sondern auch als Menschen, der selbst Achtsamkeit, Geduld und Fürsorge braucht.
Was sich dadurch verändert hat? Sehr viel.
Ich habe begonnen, Erfolg anders zu definieren. Früher war Erfolg oft mit Leistung, Wissen, Können und Durchhalten verbunden. Heute bedeutet Erfolg für mich auch, bei mir selbst zu bleiben, meine Grenzen ernst zu nehmen und rechtzeitig wahrzunehmen, was Körper und Seele mir sagen wollen.
Dieser Wendepunkt hat meine Arbeit mit Menschen noch tiefer gemacht. Ich begegne heute niemandem mehr nur aus der Rolle des Coaches oder Begleiters heraus, sondern auch aus eigener Lebenserfahrung. Ich weiß, wie es ist, wenn Pläne nicht so laufen, wie man es sich vorgestellt hat. Ich weiß, wie es ist, wenn man Geduld lernen muss. Und ich weiß, dass gerade in schwierigen Phasen oft eine neue Klarheit entstehen kann.
Rückblickend würde ich sagen: Dieser Wendepunkt hat mich menschlicher gemacht. Er hat mich gelehrt, dass Stärke nicht immer bedeutet, alles auszuhalten. Manchmal bedeutet Stärke, stehenzubleiben, ehrlich hinzuschauen und einen neuen Umgang mit sich selbst zu finden.
Heute sehe ich solche Brüche im Leben nicht mehr nur als Hindernisse. Ich sehe sie auch als Einladungen zur Veränderung. Nicht immer freiwillig, nicht immer bequem, aber oft sehr wertvoll. Denn manchmal verändert sich nicht alles durch einen großen äußeren Erfolg, sondern durch einen Moment, in dem man erkennt: Ich darf mein Leben neu ausrichten. Und ich darf dabei mir selbst genauso zur Seite stehen, wie ich es für andere Menschen tue.
[Harmondu]: In welcher Branche bist du tätig, was machst du konkret – und was treibt dich dabei täglich an?
Ich bin im Bereich Coaching, Hypnose, Atemarbeit und persönlicher Entwicklung tätig. Konkret begleite ich Menschen dabei, innere Blockaden zu lösen, neue Perspektiven zu entwickeln, mehr Ruhe zu finden und wieder stärker in Kontakt mit ihren eigenen Ressourcen zu kommen.
Dabei verbinde ich Hypnose, Atemtechniken, Coaching-Elemente und meine langjährige Erfahrung im Umgang mit Menschen. Mir geht es nicht darum, fertige Antworten vorzugeben, sondern Menschen dabei zu unterstützen, ihre eigenen Lösungen zu entdecken.
Was mich täglich antreibt, ist der Moment, in dem jemand spürt: „Da verändert sich etwas in mir.“ Wenn Menschen wieder Vertrauen in sich selbst gewinnen, mutiger werden oder erkennen, dass mehr möglich ist, als sie bisher geglaubt haben, dann ist das für mich die größte Motivation. Genau darin sehe ich meine Berufung.
[Harmondu]: Was war dein größter Rückschlag und was hat dir geholfen, wieder aufzustehen?
Mein größter Rückschlag war wahrscheinlich nicht ein einzelnes Ereignis, sondern eine Lebensphase, in der vieles zusammenkam: private Herausforderungen, gesundheitliche Belastungen, Hürden im Studium und später auch der Druck im Berufsleben. Schon während meines BWL-Studiums merkte ich, dass mir die reine Wirtschaftswelt allein nicht genügte. Trotzdem bin ich diesen Weg konsequent weitergegangen und habe mich immer wieder durch schwierige Situationen hindurchgearbeitet.
Besonders prägend war meine Zeit als Betriebsratsvorsitzender in einem internationalen Konzern. Diese Aufgabe hat mich sehr gefordert. Ich war Ansprechpartner für viele Menschen, musste Konflikte begleiten, Verantwortung übernehmen und auch in belastenden Situationen präsent bleiben. Über Jahre hinweg habe ich viel getragen, oft funktioniert und versucht, anderen zur Seite zu stehen. Irgendwann wurde aus Engagement jedoch Überlastung – und diese intensive Zeit führte schließlich zu einem Burnout.
Das war ein einschneidender Moment in meinem Leben. Ich musste erkennen, dass auch jemand, der für andere stark ist, eigene Grenzen hat. Es war nicht leicht, das anzunehmen, aber es war notwendig. Der Burnout hat mich gezwungen, innezuhalten, ehrlicher auf mich selbst zu hören und mein Verständnis von Stärke neu zu definieren.
Geholfen hat mir, dass ich nie aufgehört habe, aus schwierigen Erfahrungen zu lernen. Ich habe begonnen, noch bewusster auf meine innere Stimme, meinen Körper und meine Bedürfnisse zu achten. Auch der Kontakt zu Menschen, meine Ausbildungen und meine persönliche Weiterentwicklung haben mir Kraft gegeben. Rückblickend haben mich diese Erfahrungen nicht härter gemacht, sondern bewusster, empathischer und klarer.
Heute sehe ich Rückschläge nicht mehr nur als Niederlagen. Sie können auch Wendepunkte sein. Für mich bedeutet Stärke nicht, niemals zu fallen oder immer weiterzumachen. Wahre Stärke bedeutet, rechtzeitig innezuhalten, ehrlich hinzusehen und wieder aufzustehen – mit mehr Achtsamkeit, mehr Erfahrung und mehr Verständnis für sich selbst und andere.
[Harmondu]: Welche Werte leiten dich in deinem Leben – beruflich wie persönlich – und wie lebst du diese im Alltag?
Der wichtigste Wert in meinem Leben ist Menschlichkeit. Egal ob beruflich oder privat: Ich möchte Menschen nicht in Schubladen stecken, sondern ihnen wirklich begegnen. Jeder Mensch bringt seine eigene Geschichte mit, seine Stärken, Verletzungen, Zweifel und Möglichkeiten. Diese Einzigartigkeit zu sehen und zu respektieren, ist für mich eine Grundhaltung.
Ein weiterer zentraler Wert ist Entwicklung. Ich glaube daran, dass wir nie fertig sind. Das Leben bietet uns ständig die Möglichkeit, zu lernen, zu wachsen und bewusster zu werden. Deshalb habe ich selbst nie aufgehört, mich weiterzubilden, neue Methoden kennenzulernen und meine Erfahrungen zu vertiefen. Diese Offenheit versuche ich auch in meiner Arbeit weiterzugeben.
Auch Verantwortung spielt für mich eine große Rolle. Ich habe in meinem Leben oft Verantwortung übernommen – für Mitarbeiter, für Menschen in schwierigen Situationen, für Klienten, für Schüler und natürlich auch für mich selbst. Heute bedeutet Verantwortung für mich aber nicht mehr, alles tragen zu müssen. Es bedeutet auch, Grenzen zu achten, achtsam mit den eigenen Kräften umzugehen und anderen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben.
Im Alltag lebe ich diese Werte vor allem durch Zuhören, durch echtes Interesse und durch den Wunsch, Menschen zu ermutigen. Ob in der Hypnose, im Coaching, in der Atemarbeit oder beim Malen: Mir geht es darum, einen Raum zu schaffen, in dem Menschen sich sicher fühlen, Vertrauen entwickeln und wieder Zugang zu ihren eigenen Fähigkeiten finden können.
Wichtig sind mir außerdem Authentizität, Respekt, Kreativität und Humor. Ich möchte nicht perfekt wirken, sondern echt sein. Denn gerade durch eigene Erfahrungen, auch durch Rückschläge, entsteht oft die Fähigkeit, andere Menschen besser zu verstehen.
[Harmondu]: Was bedeutet Erfolg für dich ganz persönlich – und was war der wichtigste Schlüssel auf deinem Weg dorthin?
Erfolg bedeutet für mich heute nicht mehr nur Leistung, Anerkennung oder äußere Ergebnisse. Erfolg bedeutet für mich, im Einklang mit mir selbst zu leben, meiner Berufung zu folgen und Menschen auf eine Weise zu begleiten, die wirklich etwas in ihnen bewegt.
Ein besonderer Moment auf diesem Weg war für mich die Verleihung meines Honorary Doctorate of Philosophy in Hypnotherapy and Behavioral Sciences. Diese Auszeichnung hat mich sehr berührt, weil sie meine langjährige Beschäftigung mit Hypnose, Verhalten, Bewusstsein und persönlicher Entwicklung würdigt.
Der wichtigste Schlüssel zu meinem Erfolg war jedoch, meiner inneren Stimme zu vertrauen – auch dann, wenn der Weg nicht immer gerade oder bequem war. Rückschläge, Umwege und neue Anfänge haben mich gelehrt, dass echter Erfolg dort entsteht, wo Erfahrung, Menschlichkeit, Wissen und Herz zusammenkommen.
[Harmondu]: Wie findest du Balance zwischen Arbeit, Familie und dir selbst – und wer oder was inspiriert dich dabei immer wieder neu?
Balance ist für mich heute kein fixer Zustand, sondern etwas, das ich immer wieder bewusst herstellen muss. Da ich geistig sehr aktiv bin, ständig neue Ideen habe, lerne, denke und entwickle, brauche ich ganz bewusst einen Ausgleich.
Sehr wichtig sind für mich dabei Selbsthypnose und Atemtechniken. Damit gelingt es mir, mich innerlich herunterzuregulieren und in einen tiefen Zustand der Stille zu kommen – einen Moment, in dem mein Geist zur Ruhe findet und ich mich kurz regenerieren kann. Diese bewussten Pausen helfen mir, wieder bei mir selbst anzukommen und neue Kraft zu schöpfen.
Ausgleich finde ich außerdem in kreativen Tätigkeiten wie dem Malen, in Ruhephasen und in der bewussten Zeit mit Menschen, die mir nahestehen. Wichtig ist mir, nicht nur für andere da zu sein, sondern auch auf mich selbst zu achten.
Inspiration finde ich vor allem in Menschen, in Begegnungen, in Kunst, Hypnose, Atemarbeit und persönlicher Entwicklung. Mich inspiriert immer wieder der Moment, in dem jemand erkennt, dass Veränderung möglich ist – oft viel mehr, als er vorher geglaubt hat.
[Harmondu]: Welche Botschaft möchtest du Menschen mitgeben, die dich und deine Geschichte noch nicht kennen?
Meine wichtigste Botschaft wäre: Hört niemals auf zu lernen. Das Leben bleibt in Bewegung, und wir sollten bereit sein, uns ebenfalls weiterzuentwickeln – geistig, menschlich und emotional. Wissen ist wertvoll, aber noch wertvoller wird es, wenn wir es mit Erfahrung, Herz und Demut verbinden.
Ich halte es für wichtig, sich eine eigene Meinung zu bilden, selbstständig zu denken und nicht einfach alles zu übernehmen, was andere vorgeben. Gleichzeitig sollten wir dabei empathisch bleiben. Jeder Mensch hat seine eigene Geschichte, seine eigenen Kämpfe und seine eigene Sicht auf die Welt.
Was wir meiner Meinung nach nicht brauchen, ist Arroganz. Niemand steht über einem anderen, nur weil er mehr weiß, mehr erlebt hat oder einen anderen Weg gegangen ist. Wirkliche Größe zeigt sich für mich in Menschlichkeit, Respekt und der Bereitschaft, auch von anderen zu lernen.
Wenn Menschen aus meiner Geschichte etwas mitnehmen, dann vielleicht das: Bleib neugierig, bleib offen, bleib menschlich – und glaube daran, dass in dir mehr steckt, als du manchmal selbst für möglich hältst.
[Harmondu]: Was bewegt dich gerade und worauf darf man bei dir in Zukunft gespannt sein?
Mich bewegt gerade vor allem die Frage, wie Menschen in einer immer schnelleren und lauteren Welt wieder besser zu sich selbst finden können. Themen wie innere Ruhe, Selbsthypnose, Atemarbeit, mentale Stärke und persönliche Entwicklung beschäftigen mich sehr intensiv.
Aktuell arbeite ich außerdem an einer Hypnose-App, mit der ich Menschen einen einfachen und alltagstauglichen Zugang zu Hypnose, Entspannung, Selbstregulation und innerer Veränderung ermöglichen möchte. Mir ist wichtig, dass solche Methoden nicht kompliziert oder abgehoben wirken, sondern praktisch nutzbar sind und Menschen genau dort unterstützen, wo sie gerade stehen.
In Zukunft darf man bei mir sicher noch mehr Verbindung aus Hypnose, Breathwork, Coaching und kreativen Ansätzen erwarten. Ich möchte mein Wissen weitergeben – in Einzelsitzungen, Vorträgen, Texten, Buchprojekten und neuen Formaten, die Menschen im Alltag wirklich unterstützen.
Besonders spannend finde ich die Möglichkeit, Menschen zu zeigen, wie sie selbst Zugang zu mehr Ruhe, Klarheit und innerer Kraft finden können. Denn letztlich geht es mir immer darum, Entwicklung möglich zu machen – auf eine menschliche, ehrliche und wirksame Weise.
[Harmondu]: Welche Auszeichnungen oder besonderen Anerkennungen hast du in deinem Leben erhalten, auf die du besonders stolz bist?
Eine besondere persönliche Anerkennung ist für mich, mein Studium der Betriebswirtschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien absolviert zu haben. Das war ein wichtiger Grundstein in meinem Leben, weil es mir Struktur, wirtschaftliches Denken und ein breites Verständnis für Organisation und Verantwortung vermittelt hat.
Besonders stolz bin ich auch darauf, dass mir von einer Schweizer Universität ein Dr. h.c., ein (Honorary Doctorate of Philosophy in Hypnotherapy and Behavioral Sciences), verliehen wurde. Diese Auszeichnung bedeutet mir viel, weil sie meine langjährige Arbeit, mein Engagement und meine Entwicklung im Bereich Hypnose, Verhalten und Bewusstseinsarbeit würdigt.
- Darüber hinaus freue ich mich sehr darüber, dass mir demnächst von einer französischen Universität der Ehrentitel Prof. h.c. (Honorary Professor of Integrative Hypnotherapy and Behavioral Sciences) verliehen wird. Für mich sind solche Anerkennungen nicht nur Titel, sondern auch eine Bestätigung meines bisherigen Weges – und zugleich Motivation, weiterzulernen, mich weiterzuentwickeln und mein Wissen sinnvoll an andere Menschen weiterzugeben.
[Harmondu]: Wofür möchte ich in Erinnerung bleiben, wenn ich einmal nicht mehr bin?
Wenn ich einmal nicht mehr bin – und dieser Gedanke begleitet mich heute nicht mit Schwere, sondern mit einer stillen Klarheit – dann möchte ich nicht für das in Erinnerung bleiben, was auf meinen Visitenkarten stand. Nicht für die Titel, die ich tragen darf, nicht für die Urkunden an den Wänden, nicht für die Anzahl meiner Ausbildungen. All das sind Wegmarken, nicht das Ziel. Sie zeigen, wo ich gegangen bin, aber nicht, wer ich war.
Ich möchte in Erinnerung bleiben als jemand, der zugehört hat. Wirklich zugehört. Nicht mit dem halben Ohr, während die andere Hälfte schon die Antwort formulierte. Sondern mit jener Aufmerksamkeit, die einem Menschen das Gefühl gibt: Du bist gerade das Wichtigste in meinem Leben. Denn ich habe gelernt – manchmal auf schmerzhafte Weise – dass dieses Zuhören das größte Geschenk ist, das ein Mensch einem anderen machen kann.
Ich möchte in Erinnerung bleiben als jemand, der Menschen geholfen hat, wieder zu atmen. Im wörtlichen Sinn, durch die Atemarbeit, die ich weitergeben durfte. Und im übertragenen Sinn – als jemand, der anderen geholfen hat, in einem hektischen Leben wieder Raum zu finden. Raum für sich selbst. Raum für Stille. Raum für das, was wirklich zählt.
Ich möchte in Erinnerung bleiben als jemand, der Brücken gebaut hat. Brücken zwischen Wirtschaft und Gesundheit. Zwischen Wissenschaft und Intuition. Zwischen dem rationalen Kopf und dem fühlenden Herzen. Zwischen Menschen, die sich sonst nie begegnet wären. Denn ich glaube, das ist eine meiner Aufgaben in dieser Welt: Verbindungen zu schaffen, wo vorher Trennung war.
Ich möchte in Erinnerung bleiben als jemand, der nie aufgehört hat zu lernen. Der mit über sechzig noch eine neue Ausbildung begonnen hat. Der die Demut hatte zu sagen: Ich weiß es nicht – aber ich will es verstehen. Der wusste, dass Wachstum keine Frage des Alters ist, sondern eine Frage der Haltung.
Ich möchte in Erinnerung bleiben als jemand, der seine eigene Arroganz losgelassen hat. Nicht weil sie nie da war – sie war da, wie bei jedem Menschen. Sondern weil ich gelernt habe, sie zu erkennen und sanft beiseitezuschieben. Weil ich begriffen habe, dass wahre Stärke nicht im Behaupten liegt, sondern im echten Begegnen.
Und vielleicht – wenn ich ganz ehrlich bin – möchte ich vor allem als ein Mensch in Erinnerung bleiben, der trotz allem, was ihm das Leben zugemutet hat, nie aufgehört hat, an das Gute zu glauben. Trotz Burnout. Trotz Krankheit. Trotz Schmerzen. Trotz aller Zweifel. Ein Mensch, der gesagt hat: Ich mache weiter. Ich lerne weiter. Ich liebe weiter. Ich gebe weiter.
Das ist mein Vermächtnis. Nicht in Stein gemeißelt, sondern in Herzen geschrieben. Und das genügt mir.
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