Lust bei Frauen und Männern: Warum wir unterschiedlich empfinden

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Verfasst von: Janine Schiebener
lust bei maennern und frauen

Inhaltsverzeichnis

Lust ist ein menschliches Bedürfnis. Sie ist ein Zeichen dafür, dass wir fühlen und Nähe zu anderen Menschen wünschen. Doch im Laufe der Zeit stellst du sicherlich fest, dass die Lust bei Männern und Frauen unterschiedlich gestrickt ist. Das kann verschiedene Gründe haben. Neben biologischen Ursachen sind auch Hormone, kulturelle Einflüsse oder emotionale Bedürfnisse maßgeblich für unser Lustempfinden. Doch wie wirkt sich das eigentlich auf unser Liebesleben aus?

Warum unterscheidet sich Lust bei Männern und Frauen?

Zunächst ist es wichtig, dass du verstehst, dass jeder Mensch einzigartig ist. Nicht nur in seinem Aussehen. Auch sein Lustempfinden kann von vielen verschiedenen Faktoren abhängig sein. Deshalb gibt es Unterschiede, was sexuelle Lust bei Mann und Frau betrifft. Trotzdem gibt es durchaus wiederkehrende Muster. Dank dieser Muster kannst du besser nachvollziehen, warum die  bei Mann und Frau Unterschiede aufweist. Das hat oftmals diverse Hintergründe

Biologische Zusammenhänge

Jeder Körper ist anders. Demnach reagieren Männer und Frauen unterschiedlich auf Reize oder Emotionen. Dafür sind nicht selten Hormone und unser Nervensystem verantwortlich. Diese reagieren auf Berührungen, aber auch auf Sorgen, Stress oder Ängste. Das bedeutet, dass sich die Lebenssituation oder Laune auf unsere Stimmung auswirken kann. Manchmal stellt unser Körper einfach unbewusst Ruhe oder Erholung in den Vordergrund. Das kann dazu führen, dass an einem Tag die sexuellen Bedürfnisse von Mann und Frau anders wiegen, als am nächsten Tag.

Tipp: Nicht nur in jungen Jahren kann die Lust bei Männern und Frauen ins Wanken geraten. Auch die Wechseljahre können für eine schwankende Libido bei Frauen sorgen. Verändert sich der Hormonhaushalt, bringt das nicht selten einige körperliche Beschwerden wie Lustlosigkeit, Müdigkeit, Stimmungsschwankungen mit sich. Doch keine Sorge: Nicht nur Frauen leiden unter den Wechseljahren. Auch Männer unterliegen verschiedenen körperlichen Veränderungen. Deshalb ist es ratsam, dass Paare offen miteinander reden, um gemeinsam eine Lösung zu finden.

Motivation

Auch hier kommen die Hormone wieder ins Spiel. Sowohl bei Männern als auch bei Frauen spielt Testosteron für die Libido eine nicht unerhebliche Rolle. Bei Männern ist das Hormon nur in höherem Ausmaß vorhanden. Das erklärt auch, warum Männer oftmals mehr Lust empfinden als Frauen. Dennoch können auch Frauen über eine gesteigerte Libido verfügen. Das Testosteron entscheidet jedoch, wie erregbar wir sind, wie es um die sexuelle Motivation bestimmt ist und wie empfindlich wir auf diverse Reize reagieren.

Zyklus

Neben Testosteron kommen bei Frauen noch zwei weitere Hormone ins Spiel: Östrogen und Progesteron. Diese beiden Gegenspieler haben Auswirkung auf den Zyklus und die Lust. In der Zeit vor dem Einsprung verspürst du vielleicht mehr Lust auf deinen Partner. Dieses Lustempfinden kann allerdings während der PMS-Phase wieder sinken. Dafür steigen andere Gelüste wie Kuschelphasen oder das Verlangen nach Süßigkeiten oder Fast Food.

Tipp: Das Lustempfinden kann mehrmals in einem Monatszyklus schwanken. Das hat jedoch nichts damit zu tun, dass eine Frau nur zu einem gewissen Zeitpunkt mehr Lust empfindet. Sie kann auch während ihrer Periode auf verschiedene Reize empfindlich reagieren und mehr Lust verspüren. Es gibt demnach keine Regeln oder Richtlinien. Wichtig ist, auf seinen eigenen Körper zu hören.

Wie sich erkennen lässt, sind sowohl die biologischen Veranlagungen als auch die Hormone für die Lust bei Männern und Frauen verantwortlich. Bedenke allerdings, dass Lust und Sexualität nicht nur im Kopf, sondern auch im Herzen entsteht. Das Zusammenspiel aus verschiedenen Faktoren, wie Verständnis und Zärtlichkeit, sind entscheidend, ob die Lust entfacht oder blockiert wird.

Warum fühlen nicht alle Paare gleich?

Im Laufe der Beziehung kann die Intensität der Libido bei Mann und Frau Unterschiede aufzeigen. Ein Part verzehrt sich vor Liebe und Verlangen, während der andere einfach nur seine Ruhe haben möchte. Es kommt zu Ausflüchten: Heute passt es nicht. Verschieben wir es doch auf morgen. Tatsächlich kann jedoch Lustlosigkeit in der Beziehung den Paar-Alltag durchaus belasten. Aus Lust entwickelt sich Frust und nicht selten Diskussionen, die jedoch in Nichts verlaufen.

Fakt ist: Die sexuellen Bedürfnisse von Mann und Frau harmonieren nicht immer gleichzeitig. Das ist aber vollkommen normal und kein Grund zur Sorge. Damit Paare Lust und Bedürfnisse verstehen können, ist es hilfreich, die unterschiedlichen Lustlevel genauer zu betrachten.

Responsive Lust vs. Spontane Lust: Was ist da los?

  • Spontane Lust: Diese Lust entsteht aus dem Impuls des Wollens heraus. Sie entwickelt sich ohne große Hintergedanken oder Anlass. Ist das Paar sich einig, bedarf es keiner großen Worte, sondern einfach nur körperlicher Liebe. Alles ist erlaubt, was gefällt.
  • Responsive Lust: Diesem Lustempfinden geht ein wenig mehr Arbeit voraus. Sie wird von Nähe, lieben Worte, Berührungen und emotionalen Reizen bestimmt. Die Libido wächst demnach langsam und findet nach längerem Bemühen Befriedigung.

Ganz gleich, welche Lust von Paaren empfunden wird. Jede Form ist gesund und kann der Beziehung guttun. Es ist doch ratsam, über die eigene Lust, Bedürfnisse und Liebe zu reden. Das hilft dabei, Missverständnisse zu vermeiden sowie Hormone und Sexualtrieb unter einen Hut zu bekommen. Denn wenn du gerade keine Lust hast, bedeutet das noch lange nicht, dass du nicht an deinem Partner interessiert bist oder ihn nicht mehr liebst.

Der Fakten-Check: Lust findet oft im Kopf statt

Lust lässt sich nicht nur durch körperliche Anzeichen erkennen. Sie findet oftmals lange vorher statt: nämlich in unseren Köpfen. Bei Männern geht es manchmal recht schnell. Ein Geräusch, ein Bild oder ein Gedanke reichen aus, um die Lust zu entfachen. Frauen sind etwas komplizierter. Sie machen die Lust in der Regel von ihrer Stimmung abhängig. Ebenso sind Bindung, Sicherheit und Wertschätzung wichtige Faktoren, um die Lust in der Beziehung am Leben zu erhalten.

Doch eines haben beide Geschlechter gemeinsam: Das Stillen der Lust baut beim jeweiligen Geschlecht Stress ab. Das Gefühl nach der Zweisamkeit sorgt sogar für Erleichterung und Glücksgefühle. Dopamine ermöglichen Entspannung und Oxytocin stärkt das Bindungsgefühl. Dieser Hormon-Cocktail bewirkt jedoch eines: Dass sich das Paar näher kommt und zufrieden ist. Auch wenn die Lustunterschiede in Beziehungen bei vielen Paaren verschiedene Formen annehmen können, sorgt die Zweisamkeit meistens für gute Stimmung und Wohlbefinden.

Vorurteile und gesellschaftliche Erwartungen: Deshalb können sie Lustkiller sein

Eigentlich reden wir mit anderen kaum bis gar nicht über unser Lustverhalten. Was sich hinter verschlossenen Türen abspielt, geht schließlich niemanden etwas an. Dennoch werden die Art, wie und wann wir lieben, durch kulturelle und gesellschaftliche Einflüsse geprägt. Klingt verrückt? Das ist gar nicht so an den Haaren herbeigezogen, wie du vielleicht vermuten würdest.

Von den Herren der Schöpfung hören wir oftmals, dass sie eigentlich immer und überall ihren Mann stehen können. Sie zeigen keine Schwäche, sind allzeit bereit und wichtig für den Fortbestand der menschlichen Zivilisation. Was sich im ersten Moment vielleicht witzig anhören mag, kann die männliche Sexualität durchaus beeinträchtigen. Jedes dieser Worte ist durchaus in der Lage, Druck auszulösen und kann zu Verunsicherung bei jungen Männern führen.

Doch nicht nur Männer sind betroffen. Auch Frauen müssen mit einigen Vorurteilen und Aussagen kämpfen. Viele Frauen bekommen zu hören, dass sie ja nie Lust verspüren, wohl wieder ihre Tage haben und ihre Emotionen immer an erste Stelle stellen. Das führt dazu, dass viele Frauen gar nicht mehr über ihre Gefühle sprechen und die weibliche Sexualität weiterhin für viele Männer ein Mysterium bleibt.

Jede Aussage und jeder scherzhafte Satz kann allerdings die Lustlosigkeit in Beziehungen schüren. Kommen dann noch

  • Stress
  • Schlafmangel
  • ein hormonelles Ungleichgewicht
  • Beziehungskonflikte
  • Selbstzweifel

und unterschiedliche Erwartungen hinzu, ist das Chaos perfekt. Es sollte jedoch für jedes Paar klar sein, dass Lustlosigkeit in der Beziehung kein Signal für mangelnde Liebe ist. Sie ist vielmehr ein Zeichen dafür, dass sowohl Körper als auch Seele ein wenig mehr Zeit brauchen. Bei Unsicherheiten helfen Gespräche, Verständnis und Zärtlichkeit, um zu zeigen, dass Liebe nichts mit Lust zu tun hat.

Effektiv die Libido steigern: Das ist gar nicht so schwer!

Wenn du trotzdem das Gefühl hast, dass die Lust in deiner Partnerschaft manchmal zu kurz kommt und du deine Libido steigern möchtest, können ein paar Bemühungen hilfreich sein. Neben Kuscheleinheiten und Zuwendungen sind

  • tiefgründige  Gespräche
  • bewusste Pausen vom Alltag
  • Achtsamkeit
  • intensive Nähe
  • ausreichend Schlaf
  • weniger Stress

und Vertrauen in den Partner sowie in die Beziehung hilfreich. Es ist auch gar nicht wichtig, sich mit anderen Paaren zu vergleichen. Jede Beziehung hat ihre eigenen Werte. Es geht also nicht darum, Rekorde zu brechen und jeden Tag die Lust bis auf ein Maximum zu steigern. Ehrliche Liebe und Lust benötigen keine Regeln, sondern tiefe Verbundenheit, Verständnis und respektvollen Umgang in jeder Hinsicht.

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Janine Schiebener

Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht und schreibe am liebsten über Themen, die Familie, Gesundheit, Ernährung und Reisen betreffen. Um mein Wissen zu ergänzen und neue Länder sowie Kulturen kennenlernen zu können, verreise ich viel mit meinem Mann und meinen Kindern.